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Die Welt vom 17.01.2002 berichtete:

So haben wir das Berliner Schloss noch nie gesehen. Langsam gleiten wir an den barocken Außenfassaden von Schlüter und Eosander vorbei, im hellen Sonnenlicht tritt der ganze Reichtum des Bauschmucks bis ins letzte Detail plastisch hervor. Wir sehen die festliche Farbfassung der Fassaden vom Beginn des 18. Jahrhunderts, mit hellem Sandstein, Farbfeldern in warmem Gelb und vergoldeten Adlern, Geländern, Kapitellen und Basen. Über den Triumphbogen des Eosanderportals an der Westfront schwebt der Betrachter langsam zu Stülers Kuppel hinauf, bis er den Abschluss mit der zauberhaften Laterne bis in die kleinsten Einzelheiten vor Augen hat: Cherubime tragen eine luftige Kuppel aus Palmenblättern. Was Wilhelm von Boddien, Initiator der Schlossattrappe des Jahres 1993 und Vorsitzender des Fördervereins Berliner Stadtschloss am Mittwoch präsentierte, ist die bisher brillanteste Simulation der Hohenzollernresidenz. In atemberaubenden Fahrten zeigt sie die Teile des Bauwerks, die die Schlossplatzkommission jüngst zur Rekonstruktion vorschlug: die drei barocken Außenfassaden und die Kuppel. Eine Rohfassung des Kurzfilms wurde den Mitgliedern des Expertengremiums bereits Ende letzten Jahres gezeigt. Und er hat seine Wirkung nicht verfehlt. Jetzt liegt die ungeheure Datenmenge in einer weiter verfeinerten Version auch auf CD-Rom vor. Zwei 26 Jahre alte Mitarbeiter einer Rostocker Spezialfirma haben vier Monate lang unentgeltlich an diesem Projekt gearbeitet. In einer unvorstellbaren Puzzlearbeit formten sie aus unzähligen Fotos und Plandetails bewegte Bilder, mit wechselndem Sonnenlicht und unterschiedlichen Himmelsstimmungen. Für jede Fensterverdachung benötigten sie die Speicherkapazität, die normalerweise für die Planung von drei Einfamilienhäusern ausreicht.


Westfalen-Blatt 20.02.2002

Berlins Stadtschloss wird wieder aufgebaut - Sensation auch für Fachleute“ So war das Berliner Schloss noch nie zu sehen. Die barocken Aussenfassaden von Schlüter und Eosander strahlen - mit Computerhilfe - im Sonnenlicht, der ganze Reichtum des Bauschmucks wird bis ins letzte Details plastisch. Mit hellem Sandstein, Farbfeldern in warmem Gelb und vergoldeten Adlern, Geländern, Kapitellen und Basen präsentiert sich die Fassade. Über dem Triumphbogen des Eosanderportals an der Westfront schwebt die Kuppel. Zwei 26-jährige Jungunternehmer haben in monatelanger Detailsarbeit das 1950 gesprengte Hohenzollernschloss wieder entstehen lassen. Ihre Computerbilder haben den Grundsatzbeschluss zum Wiederaufbau des Schlosses entscheidend beeinflusst. Wenn gebaut wird, dann so.


Norddeutsche Neueste Nachrichten 24.01.2002

Stadtschloss made in Rostock - Seit Jahren wird über den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses gestritten. Ein Argument dagegen:Es gab keine genauen Pläne mehr. Zwei Rostocker Jungunternehmer haben das jetzt entkräftet. In vier Monaten Arbeit bauten Sie das Schloss als Computersimulation nach. Und mit ihrer Präsentation in Berlin ernteten sie überregionale Anerkennung. Zumindest virtuell steht das Berliner Stadtschloss wieder in seiner Pracht. Wilhelm von Boddien, Hauptverfechter für den Wiederaufbau, präsentierte sie in der vergangenen Woche in der Bundeshauptstadt. Und die beiden 26-jährigen Unternehmer Sandy Lunitz und Steffen Becker standen mit Ringen unter den Augen neben ihm. In unglaublicher Puzzlearbeit haben sie diese atemberaubende Simulation ausgetüftelt. Vier Monate lang haben die beiden im Schnitt 17 Stunden am Tag vor den Computern gesessen. Die passende Hardware entwickelten sie selber. Weil es keine detaillierten Pläne für das Schloss mehr gab, mussten sie unzählige Fotos und Skizzen zu Rate ziehen. Und allein für eine einzige Fensterbedachung brauchten Sie eine Speicherkapazität, die normalerweise für die Planung von drei Einfamilienhäusern ausreicht. Doch das Ergebnis erntete in Berlin reichlich Anerkennung. Große Zeitungen berichteten anerkennend von der CAD-gestützten Computersimulation, die den Betrachter, akustisch untermalt von den Brandenburgischen Konzerten, einmal rund um das Schloss führt, etliche Details bewundern lässt und schließlich hinaufschwebt zu der luftigen, von Cherubinen getragenen Kuppel aus Palmenblättern.


Potsdamer Neueste Nachrichten 2002

Standing ovations und jede Menge verkaufter CDs und Kassetten - mit diesem Echo haben die Rostocker Programmierer Steffen Becker und Sandy Lunitz nicht gerechnet, als sie im Roten Rathaus den Teilnehmern der Jahrestagung des Fördervereins Berliner Schloss einen am Computer erstellten virtuellen Gang rund um das Berliner Schloss präsentierten. Für einen Moment war der 1950 vernichtete Prachtbau mit seiner gelblichen Fassade, den prächtigen Portalen und der grün patinierten Kuppel wieder da. Behauptungen, die Rekonstruktion der von Schlüter und anderen Künstlern gestalteten Fassade wäre wegen fehlender Unterlagen kaum möglich, tritt der Vereinsvorsitzende Wilhelm von Boddien vehement entgegen. Um zu demonstrieren, wie genau man arbeiten kann, plant er, vor das Staatsratsgebäude eine 30 Meter hohe und 14 Meter breite Musterfassade zu stellen. Die beiden Fensterachsen bestehen nicht mehr aus einer illusionistisch bemalten Plastikplane, sondern aus Ziegelmauerwerk und künstlerisch bearbeitetem Sandstein. Die Musterachse will der Berliner Architekt Rupert Stuhlemmer "passgerecht" rechts neben den Eingang des Staatsratsgebäudes stellen, das aus den Resten des Schlossportals IV besteht. Damit entstünde eine zusammenhängende Fläche, "die sehr gut und nun auch dreidimensional die Wirkung der Schlossfassade demonstriert", so Stuhlemmer. Hilfreich war der überraschende Fund eines Lageplans von 1880 im Vermessungsamt Berlin-Mitte. "Gelegentlich wird behauptet, dass sich die Schlossfassade nicht oder nur unzureichend rekonstruieren lässt, weil Unterlagen fehlen. Wir treten den Beweis an, dass die Rekonstruktion möglich ist mit allen Details, bis in die letzte Unterkante hinein. Die Musterfassade wird die Probe aufs Exempel sein", so Stuhlemmer. Er weist nach, dass die um 1700 nach Plänen von Andreas Schlüter gestaltete Schlossfassade keine Serienanfertigung war, sondern die Handschrift mehrerer Bildhauer und Steinmetze trägt. Ob Adler, Girlanden, Kronen oder Widderköpfe - jedes Detail ist anders gearbeitet. So soll es auch wieder werden. Die Fassadenelemente sollen in eine 30 Meter hohe Stahlkonstruktion eingefügt werden. "Das bietet die Möglichkeit, sämtliche Sandsteinwerkstücke für einen möglichen Wiederaufbau des Schlosses zu nutzen". Wenn die Musterfassade steht, sollen Adler und andere Details wie zu Schlüters Zeiten vergoldet werden. Wilhelm von Boddien erhofft sich von der Probeachse neue Impulse für den Wiederaufbau des Schlosses. Sie soll natürlich auch die Spendenfreudigkeit unterstützen, "weil Menschen dafür am ehesten zu überzeugen sind, wenn sie sehen, wofür sie etwas spenden." Das spektakuläre Projekt soll die Entscheidungsfreude der Politiker stimulieren, denn das Kommissionsvotum hat nur empfehlende Kraft. Von Boddien mahnt die Schlossbau-Befürworter zur Gelassenheit. Er hofft, dass Bundeskanzler Schröder bei seinem Bekenntnis für das Schloss bleibt. Für seine Vision unermüdlich im In- und Ausland unterwegs, rechnet der Vereinschef nicht mehr vor der Bundestagswahl mit einem Entschließungsantrag im Parlament. Bis dahin steht intensive Lobbyarbeit auf dem Programm. Für Interessenten: Förderverein Berliner Schloss, Tel. 04532/404133 und Computersimulation (20 Euro) electronic design & art company, Tel. 0170/5424396


Ostsee Zeitung 11.02.2002

„Ein bisschen verrückt müssen Schlossbauer sein“ - Zwei junge Rostocker ließen das Berliner Stadtschloss wiedererstehen - als Animation am Computer Von Reinhard Zweigler. Der Berliner Schlossplatz ist eine zugige, graue Lücke im pulsierenden Stadtbild. Selbst Berlins Prachtstraße Unter den Linden schlägt an der Schlossbrücke einen leichten Bogen, als wolle sie den aufgewühlten Platz mit den ausgegrabenen Resten des Hohenzollernschlosses und der Bauruine des Palastes der Republik umgehen. Baucontainer verriegeln den Platz, der zwischen Staatsratsgebäude, Lustgarten und Dom irgendwie eingeklemmt und nutzlos wirkt. So also sieht die „neue Mitte“ aus. Selbst der Kanzler ist weggezogen. Er hatte einige Monate vom Staatsratsgebäude aus regiert und musste aus Erich Honeckers Arbeitszimmer, zuvor natürlich gründlich saniert, auf die Baulücke schauen. In diese Tristesse hinein haben zwei Rostocker das einstige Stadtschloss gebaut - zumindest in einer aufwändigen Computeranimation. Für den Schlosskenner Wilhelm von Boddien ist die Computerrekonstruktion des historischen Gebäudes „die beste, die es je gegeben hat“. Der Hamburger Kaufmann, der sich seit Jahren mit seinem Förderverein Berliner Stadtschloss engagiert in die Debatte um die Gestaltung des verwaisten Platzen einmischt, ergänzt: „Einfach sensationell was die zwei 26-Jährigen Rostocker da zustande gebracht haben. Boddien muss es wissen, denn der Schlossplatz ist gewissermaßen vermintes Gelände. Seit der Schließung des asbestbelasteten Palastes der Republik im Sommer 1990 tobt hier ein Glaubenskrieg. Palast weg - Schloss her. Kein Schloss - dafür etwas modernes Neues. Schloss pur oder gar nichts. Die Debatten darum sind schier endlos. Erst vor kurzem hat die international besetzte Kommission historische Mitte einen Kompromiss vorgeschlagen. Drei Barockfassaden des Schlosses, der berühmte Schlüterhof sowie die Kuppel sollen danach wiedererrichtet werden. Diesen Vorschlag findet auch der eloquente Schlosskenner von Boddien sympathisch, der nichts mit der eher fundamentalen Initiative „Schloss pur“ zu tun haben will. Die Ostfassade, Blick zum Alexanderplatz, wurde von der Kommission jedoch bewusst offen gelassen. Sie könnte modern gestaltet werden, aber auch die Teilfassade von „Erichs Lampenladen“ enthalten. In dieses Spannungsfeld um Berlins neue Mitte platzten nun vor gut einem Jahr die beiden Rostocker Sandy Lunitz, eigentlich Hotelkaufmann, und sein Compagnon Steffen Becker, angehender Bauingenieur. Die beiden sind sozusagen vom Computervirus infiziert und haben ihre Leidenschaft mit einer eigenen Software-Firma in Sievershagen zum Beruf gemacht. eldaco heißt ihr Zwei-Mann-Unternehmen. Und hinter dem Namen verbirgt sich nicht etwa ein spanischer Herrschaftssitz oder ein hochprozentiges Getränk, sondern das Kunstwort aus „Electronic Design & Art Company“. Aha. Bislang haben die eldaco-Gründer vor allem Animationen für Häuslebauer erstellt. Aber irgendwie hat sie der Hafer gestochen: Eine Animation des Berliner Stadtschlosses - Das wär`s doch. Der gertenschlanke Lunitz gesteht, „ein bisschen verrückt müssen Schlossbauer schon sein“. Für Vorhaben dieser Größenordnung bewerben sich normalerweise große Software-Firmen. Die verlangen dann aber auch eine Million Mark für solch ein Projekt, schätzt von Boddien.
Als Lunitz und Becker im Frühjahr 2001 dem Schloss-Enthusiasten ihren Coup vorschlugen, war jedoch von vorn herein klar, für diese Computersimulation würde es keinen Cent geben. „Wir haben das von Anfang an als Sponsorengabe betrachtet“, meint Lunitz und die dunklen Ringe unter seinen Augen, von den durchgemachten Nächten am PC, sind nicht zu übersehen. War das nun Größenwahn oder Geltungssucht? Nichts von beiden. Becker meint einfach: „Wir wollten durch solch ein Projekt bekannter werden.“ Das ist den beiden Computerfreaks auch gelungen. Vor kurzem erhielten sie vom Großinvestoren Bertelsmann in Berlin einen Auftrag zur Computer-Rekonstruktion der historischen Kommandantur, nur einen Steinwurf vom ehemaligen Schloss entfernt. Von Boddien freut sich über diesen Erfolg. „Wenn diese beiden Talente dadurch neue Aufträge bekommen, sei das ein Stück Aufbau Ost. Und die Schlosskommission war bass erstaunt über die Rostocker Computersimulation. Soviel Schönheit im Detail, Tiefenschärfe und einen Schattenwurf, der so täuschend wirklich aussieht. Als hätte man das Hohenzollernschloss vor zweihundert Jahren mit einer Spezialkamera gefilmt.Wenn es die damals schon gegeben hätte. Und dann erst diese Farben. Von wegen grauer Kasten, ein Eindruck, wie er vielleicht von historischen schwarz-weiß Aufnahmen herrühren mag. Nach fachkundiger Beratung von Schlosskenner Professor Goerd Peschken zauberten Lunitz und Becker ein warmes Preußisch-Gelb auf die Fassade. So mag das Schloss, das sich über die Jahre ständig veränderte, um 1815 ausgesehen haben. Und auf der Seite zum Lustgarten hin, auf der die preußischen Könige im sogenannten Paradegeschoss ihr Quartier hatten, sind selbst die Fensterrahmen mit Gold überzogen. Das waren also doch goldene Zeiten, damals? Ob die Rostocker Animation der Schlosskommission einen letzten Anstoß gab, für die Wiederherstellung der barocken Fassaden zu votieren, kann niemand sagen. Zumindest mutierten ehemalige Anhänger der Moderne, wie der einstige Stadtbaurat von Wien und jetzige Kommissions-Vorsitzende Hannes Swoboda, zu quasi Schloss-Anhängern. Und wer heute die detailscharfen Bilder betrachtet, mit den versteinerten Blumegirlanden, Wappen, Adlern, ahnt nicht, dass dahinter eine Wahnsinnsarbeit von Lunitz und Becker steckt. 16 bis 17 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und das ganze rund acht Monate lang, beschreiben die beiden ihr Arbeitspensum. „Die Ostsee haben wir im letzten Jahr nicht gesehen“, gesteht der arbeitswütige Becker. Das Büro mit den Hochleistungsrechnern wurde praktischerweise gleich neben die Wohnung verlegt. Das erspart lange und unproduktive Anfahrten, ergänzt der praktische Lunitz. Die Berliner Schloss-Debatte sehen die beiden Rostocker ziemlich leidenschaftslos. Den Vorschlag, hinter der Schlossfassade eine moderne Nutzung unterzubringen, mit Bibliothek, Museum, Veranstaltungssälen und Gastronomie halten beide für „eine hochinteressante Mischung von Historie und Moderne“. Die Rostocker wollen an dieser Stelle Berlins „Schloss fürs Volk“. Und zurzeit arbeiten sie am historischen Schlüterhof. Im Sommer soll man dort spazieren gehen können. Rein virtuell, versteht sich.


Tagesspiegel 17.01.2002

Ich bau Dir ein Schloss - bisher allerdings nur am Computer. Zwei junge Rostocker haben das Hohenzollernschloss virtuell wieder entstehen lassen. Wäre diese Zeitungsseite nicht nur schwarzweiß, so könnte man das kaiserliche Hellgelb sehen...


BZ 17.01.2002

„So schön könnte unser Berliner Schloss werden“ Wird Berlins Mitte nun doch in altem Glanz erstrahlen? Gestern forderte der Förderverein Berliner Stadtschloss vom Bund und vom Land Berlin eine schnelle Entscheidung über den Wiederaufbau des Schlosses. Die von Bund und Land berufene Expertenkommission Historische Mitte hat ihre Empfehlung für einen Schlossnachbau abgegeben und will morgen ein Finanzierungskonzept vorlegen und damit ihre Arbeit beenden. Die virtuelle Rekonstruktion weist im Fassadenbereich eine Maßstab-Treue von höchstens 2,5mm Abweichung auf.


Märkische Allgemeine vom 19.01.2002

INTERNATIONALE EXPERTENKOMMSISSION HISORISCHE MITTE BEENDET IHRE ARBEIT - Wilhelm von Boddin ist begeistert. Zwei 26-jährige Rostocker haben den Hohenzollern-Bau virtuell rekonstruiert. Vier Monate haben Sandy Lunitz und Steffen Becker von der Firma eldaco dann am Computer gesessen, im Schnitt 17 Stunden täglich - freiwillig und ohne Bezahlung. Jetzt liegt das Ergebnis auf einer CD-Rom vor. Und nicht nur Wilhelm von Boddin, der Chef des Fördervereins Berliner Stadtschloss, ist begeistert. Die Simse des Barockbaus werfen Schatten wie in der Natur, alles ist millimetergenau berechnet und am Himmel ziehen Wolken so blass dahin, wie sie eben typisch sind für Berlin - es entstand eine Computeranimation, die auch Fachleute wirklich überrascht. "Jeder erfolgreiche Planer weiß", sagt Sandy Lunitz, "dass ein vorteilhaft angefertigtes Modell des Objekts die Verkaufschance um ein Mehrfaches erhöht."Wilhelm von Boddin erhofft sich mit der CD-Rom noch mehr Rückenwind bei seinen seit zehn Jahren andauernden Bemühungen, in der Mitte Berlins das Schloss wieder zu errichten; für Dahlemer Museen, für die Stadt- und Landesbibliothek und mit den "Agora" genannten Veranstaltungssälen. Die vor einem Jahr einberufene Internationale Expertenkommission Historische Mitte Berlin hat ebenfalls für das Schloss votiert. Und gestern Abend, nach ihrer letzten Sitzung, hat sie auch ein Finanzierungsmodell präsentiert. Es sei von "seriösen Finanzleuten abgeklopft" worden, versicherte der Kommissionsvorsitzende Hannes Swoboda. Danach sind von der öffentlichen Hand lediglich 230 der 665 Millionen Euro zu tragen, die für den Bau - großzügig gerechnet - veranschlagt sind. Das übrige Geld soll zum einen durch Veräußerung der frei werdenden Museumsimmobilien in Dahlem und der Liegenschaften der Stadt- und Landesbibliothek aufgebracht werden und zum anderen durch die Vermietung der "Agora" für Kongresse, Restaurants und Geschäfte. Die dritte und größte Säule schließlich bildet eine Aktiengesellschaft. Private und institutionelle Anleger sollen für 358 Millionen Euro Aktien zeichnen.


Intel® Corporation – Auferstanden aus Ruinen (2001)

Tagsüber ist Sven Augustin im Kundensupport tätig und für Hard- und Softwarefragen zuständig, für eldaco, ein Unternehmen, das sich auf elektronisches Design und Kunst spezialisiert hat, pixelgenau ein deutsches Schloss wieder auf. Sven lebt in Rostock und erstellt ein virtuelles 3D-Modell des Berliner Stadtschlosses, das König Friedrich I. Anfang des 18. Jahrhunderts erbauen ließ und das während des Zweiten Weltkriegs zerstört und endgültig 1950 von der DDR-Staatsführung abgerissen wurde. Auf Grundlage von Zeichnungen und Fotografien rekonstruieren Sven und eldaco das Schloss auf virtuellem Wege detailgetreu. Dazu nutzen sie eine anspruchsvolle 3D-Modeling-Software auf einer Workstation mit Pentium® 4 Prozessor und 4 GB RAM. Das endgültige Modell wird als Video gespeichert und einem Kulturgremium bereitgestellt, das darüber entscheiden soll, ob das Schloss wieder aufgebaut wird. Wenn Sven nicht gerade an seinem Computer sitzt, genießt er seine anderen Hobbys wie Skifahren, Segeln und Motorradfahren.

© eldaco, Sandy Lunitz 2009